Personalvermittler, Headhunter oder Zeitarbeit: Was lohnt sich für Handwerksbetriebe?
Die kurze Antwort
Für feste Stellen im Handwerk ist Social Recruiting heute meist der beste Weg. Es erreicht auch Fachkräfte, die nicht aktiv suchen, bringt oft schon nach 7 bis 14 Tagen erste Bewerbungen und funktioniert vom Gesellen bis zur Bauleitung. Die eingestellten Mitarbeiter werden direkt bei Ihnen angestellt.
Klassische Personalvermittlung und Headhunter sind langsamer und oft teurer. Zeitarbeit hilft nur bei kurzen Lücken und ist im Bauhauptgewerbe gesetzlich stark eingeschränkt.
Methode 2: Klassische Personalvermittlung
Ein klassischer Personalvermittler sucht in seiner Bewerberdatenbank, auf Jobportalen und in seinem Netzwerk nach passenden Kandidaten. Geeignete Menschen stellt er dem Betrieb vor. Wer eingestellt wird, bekommt einen Arbeitsvertrag direkt beim Betrieb.
Bezahlt wird meist ein Honorar bei erfolgreicher Einstellung, oft als Anteil am Jahresgehalt. Die Höhe ist frei verhandelbar. Die Schwäche: Erreicht werden vor allem Menschen, die ohnehin gerade suchen oder schon in einer Datenbank stehen.
- Vorteil: Mitarbeiter wird fest angestellt
- Nachteil: Erreicht vor allem aktiv Suchende
- Nachteil: Dauert oft einige Wochen bis Monate
Methode 3: Headhunter
Ein Headhunter spricht gezielt einzelne Menschen an, die schon in einem Job sind, meist telefonisch oder über berufliche Netzwerke. Das ist vor allem bei sehr seltenen Spitzenpositionen verbreitet, etwa in der Geschäftsführung.
Headhunter arbeiten häufig mit einer Anzahlung zu Beginn und weiteren Zahlungen im Lauf der Suche. Für Stellen im Handwerk ist das meist zu aufwendig und zu teuer.
- Vorteil: Sehr gezielte Ansprache einzelner Personen
- Nachteil: Hohe Kosten, teils auch ohne Einstellung
- Nachteil: Suche dauert oft mehrere Monate
Methode 4: Zeitarbeit
Bei Zeitarbeit (offiziell: Arbeitnehmerüberlassung) bleibt der Mitarbeiter beim Zeitarbeitsunternehmen angestellt und arbeitet nur im Betrieb. Der Betrieb zahlt einen Stundensatz, der über dem Lohn liegt.
Das Gesetz setzt Grenzen: Ein Leiharbeitnehmer darf in der Regel höchstens 18 Monate beim selben Betrieb eingesetzt werden. Nach 9 Monaten hat er grundsätzlich Anspruch auf den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaft; Tarifverträge können abweichen. Für eine feste Übernahme darf das Zeitarbeitsunternehmen eine angemessene Vermittlungsgebühr verlangen.
- Vorteil: Schnell verfügbar für kurze Lücken
- Nachteil: Laufende Aufschläge, kein fester Teil des Teams
- Nachteil: Einsatz zeitlich begrenzt
Wichtig am Bau: Zeitarbeit ist oft nicht erlaubt
Laut Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (§ 1b AÜG) ist Zeitarbeit in Betrieben des Baugewerbes für Arbeiten, die üblicherweise von Arbeitern verrichtet werden, grundsätzlich verboten. Ausnahmen gibt es nur in engen Fällen, zum Beispiel zwischen Baubetrieben, für die dieselben Rahmen- und Sozialkassentarifverträge gelten.
Ob ein Betrieb betroffen ist, hängt davon ab, wozu er rechtlich zählt. Viele Ausbaugewerke wie Elektro oder SHK fallen nicht darunter. Im Zweifel hilft die Handwerkskammer oder Innung.
Die vier Methoden im Vergleich
So schneiden die Methoden in den Punkten ab, die für Handwerksbetriebe zählen:
- Wen erreicht die Methode? — Social Recruiting: aktiv Suchende und Fachkräfte, die nicht aktiv suchen. Personalvermittlung: vor allem aktiv Suchende. Headhunter: einzelne gezielt angesprochene Personen. Zeitarbeit: Mitarbeiter des Zeitarbeitsunternehmens.
- Wie schnell? — Social Recruiting: erste Bewerbungen oft nach 7 bis 14 Tagen. Personalvermittlung: oft Wochen bis Monate. Headhunter: oft mehrere Monate. Zeitarbeit: teils innerhalb von Tagen.
- Wer ist Arbeitgeber? — Social Recruiting, Personalvermittlung und Headhunter: der Betrieb selbst. Zeitarbeit: das Zeitarbeitsunternehmen.
- Für welche Stellen? — Social Recruiting: vom Gesellen bis zur Bauleitung. Personalvermittlung: feste Stellen. Headhunter: seltene Spitzenpositionen. Zeitarbeit: kurze Lücken.
Fazit: Welche Methode lohnt sich?
Wer Mitarbeiter fest und dauerhaft ins Team holen will, sollte nicht nur die Menschen erreichen, die gerade suchen. Deshalb ist Social Recruiting für die meisten Stellen im Handwerk die beste Wahl: Es erreicht die größte Gruppe an Fachkräften, ist schnell und funktioniert auch für höher qualifizierte Stellen.
Zeitarbeit bleibt eine Lösung für kurze Engpässe, sofern sie im Gewerk erlaubt ist. Ein Headhunter kann bei sehr seltenen Spitzenpositionen sinnvoll sein.
Häufige Fragen: Personalvermittler, Headhunter und Zeitarbeit
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Methode 1: Social Recruiting
Beim Social Recruiting wird die offene Stelle als kurze Anzeige in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram geschaltet. Die Anzeige wird gezielt Menschen mit passendem Beruf im Umkreis des Betriebs gezeigt. Wer Interesse hat, bewirbt sich in wenigen Minuten über ein kurzes Formular auf dem Handy, ohne Anschreiben und Lebenslauf.
Der große Unterschied zu anderen Methoden: Viele gute Handwerker suchen gar nicht aktiv nach einem Job. Sie sind aber offen für ein besseres Angebot, wenn es ihnen begegnet. Diese Menschen schauen nicht auf Jobportale, sind aber jeden Tag in sozialen Netzwerken unterwegs.
Die Kampagne ist meist nach wenigen Werktagen live, erste Bewerbungen kommen typischerweise innerhalb von 7 bis 14 Tagen. Das funktioniert nicht nur für Gesellen und Monteure, sondern auch für Meister, Bauleitung, Projektleitung oder Technik.